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Im Herbst

Es wird Herbst.

Die Blätter fallen ab, färben sich braun, der Himmel wird grau, das Wetter ungemütlicher und die Enten vor der Wohnung wieder lauter.

Der Herbst ist schon seit vielen Jahren meine liebste Jahreszeit.

Zum einen, weil ich viele schöne Erinnerungen aus meiner Kindheit damit verbinde.

Dann noch, weil ich mich vor einigen Jahren im Herbst verliebt habe.

Und nicht zuletzt auch, weil der Herbst einfach am ansehnlichsten für mich ist.

Alles bunt, es riecht bald wieder nach Kirmes, Kerzenlichter werden wieder aus gekramt und aufgestellt und der Wind wird bald stärker wehen als zu vor. Der Herbst ist beides für mich; Geborgenheit und Risiko.

Mir fehlt im Herbst das Gefühl, verliebt zu sein. Anders als sonst werde ich im Herbst schwermütig und vermisse jene, die damals an meiner Seite war.

Wobei die Betonung auf Damals liegt.

Ich kann nicht anders, als mich zu erinnern, alles was war, Kerzenschein, Regen auf den Dachschrägen und und und blablabla...


Aber der Herbst bringt auch anderes mit sich.

Andere Melancholie.


Ich war vorhin auf dem Friedhof.
Eine Freundin, deren Mutter dieses Jahr verstarb bat mich mit ihr dahin zu gehen. Sie selber war seit der Beerdigung noch nicht ein mal da und sie traut sich auch nicht.

Der Weg zum Friedhof ist es, den sie nie schafft, auf dem sie umdreht.

Also ging ich mit ihr. Am Grab ließ ich sie alleine. Einerseits, weil sie alleine sein musste, andererseits, weil ich ihre Mutter nicht kannte und deswegen nicht am Grab selber sein wollte.

Ich spielte mit dem Gedanken an das Grab einer anderen Person zu gehen.

Auch diese Person kannte ich nicht. Ich habe sie nie getroffen, sie verstarb, bevor ich sie hätte treffen können. Aber sie war jemanden wichtig, der mir sehr wichtig war und aus irgendeinem Grund habe ich manchmal (auch früher schon) das Bedürfnis, zum Grab zu gehen, es grob von Blättern zu befreien und darum zu bitten, dass sie eine Auge auf die Person, die uns „verbindet“ wirft.

Das habe ich früher ein, zwei mal gemacht, wenn ich sowieso gerade auf dem Friedhof war und schnell vorbei gehen konnte.


Heute aber nicht.

Es wäre sehr scheinheilig gewesen, zu dem Grab der einen fremden Person zu gehen, zum Grab einer anderen aber nicht.

Dem entsprechend werde ich das auch nie wieder machen.

Dadurch wird die Welt nicht besser oder schlechter, im Prinzip ändert sich nur etwas für mich.

Ich muss für mich einsehen, dass ich aufhören sollte mir Sorgen um die Vergangenheit zu machen

Und wen nicht helfen will, dann sollte ich es nicht so machen, sonder direkt.


Jetzt sitze ich hier und während ich das alles schreibe gucke ich aus dem Fenster und sehe, wie die Sonne aus dem Westen scheint und die Bäume anstrahlt.

Ja, es sieht verdammt stark nach Herbst aus und es fühlt sich noch stärker so an.


Und in mir bin ich hin und her gerissen. Einerseits mag ich es, andererseits fürchte ich mich davor.

Alles wie immer.

7.9.14 18:08


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