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Habt ihr ne Sekunde (Teil 1)

Das schwerste an einem Text ist pauschal der Anfang. Große Autoren sagen, man muss das Ende seines Buches kennen und dann den Weg dahin finden. Wer nicht weiß, wo er hin will, der sollte seinen Weg gar nicht erst starten.

Das macht es mir gerade wohl auch so schwer, einen Anfang zu finden. Ich bin nicht ganz sicher, wo ich hin will; Eher, wo ich hinkommen werde.


Würde ich sagen, ich traf heute einen alten Freund oder Bekannten, dann würde ich lügen. Trotzdem, so falsch ist die Aussage unter Strich dann doch wieder nicht. Um die Sache nicht unnötig zu verkomplizieren (beinahe hätte ich verzögern gesagt, dabei zögere ich jetzt schon auf den ersten 10 Zeilen ganz schön heraus; Ich war schon immer sehr gut darin, Texte unnötig in die Länge zu ziehen und sie mit unwichtigen Detail zu füllen. Das kommt von eben jener Eigenschaft, die es mir auch ermöglicht mich aus delikaten Situation raus zu reden. Ich beginne einfach zu reden und lasse mich selber von dem was ich sage tragen. Statt die Kontrolle zu haben gucke ich, welche Ansätze mir spontan einfallen und improvisiere damit) sagen wir also einfach, dass ich jemanden traf, den ich seit geraumer Zeit nicht getroffen habe.


Und wie das so ist, wenn man sich länger nicht sieht, man fragt, wie es einem gehe und wo man im Leben stehe.


Es ist witzig, dass viele Menschen sehr überrascht reagieren, wenn ich ihnen sage, dass ich seit inzwischen doch schon unbestreitbar lange Zeit nicht mehr in „festen Händen“ bin (sagt man das so? Ich meine ja, so oder so, die Formulierung, auch wenn sie etwas negatives mit sich trägt, passt mir gerade in den Kragen, bei Gott, es ist 5 Uhr morgens, ich sollte eigentlich nicht mal darüber nachdenken, was ich wie formuliere.)

Auf der Skala der Reaktionen, die ich seit dem Tag vor gefühlten 3 Jahren (es ist erstaunlich, wie langsam die Zeit vergeht, wenn man trauert, und wie schnell, wenn man über etwas hinweg zu sein scheint) bekommen habe, war es eine 6 von 10. Nicht absolute Ungläubigkeit aber doch schon ein Tritt in die Magengrube (Klassiker).

Dann kam das gewohnt zusammenfassen, der Beitrag der Reue und der Teil, in dem man versichert, dass alles gut ist und das Leben ja weiter geht, offensichtlich, denn hier stand ich ja und mein Herz schlug weiterhin Blut durch meinen Körper, was prinzipiell ein gutes Zeichen ist.

Das alles erscheint inzwischen wie einstudiert und aufgesagt.

Dann wurds seltsam.


Die Erfahrung lies für mich zwei Vermutungen zu:
Entweder das Thema wurde an der Stelle beendet und nach Möglichkeit nicht noch mal angesprochen (Gesprächspartner empfinden es als unangenehm, wenn man Späße über so was macht.)

oder es wird einem mit viel Zuspruch begegnet, man habe alles richtig gemacht, klar sei es schade, aber Beziehungen halten nicht ewig, dann kommt irgendwas mit anderen Müttern und deren Nachkommen blablabla.


Deshalb seltsam.


Die Reaktion war nur eine Frage.

„Würdest du es ändern, wenn du es könntest?“

Ich sah meinem Gegenüber in die Augen, öffnete den Mund um einzuatmen, tat dies auch, stockte dann...


Es gibt nicht viele Situationen, in denen ich sprachlos bin. Und es werden zudem auch noch immer weniger. Manchmal bin ich es, wenn eine Person etwas unerwartete sagt oder wenn ein Diskussions- (oder bevorzugt Streit-) Partner ein absolut unpassendes Argument entgegenbringt, dass so leicht zu entkräften ist, dass man doch perplex ist oder...


Dies war eine Situation in der ich sprachlos war, weil ich einfach keine Antwort kannte.

Würde ich es?


- „Nein, ich hab mich total verändert und sie auch. Ich meine, hey, jeder von uns lebt seit vielen Monaten in einem anderen Leben mit anderen Freunden und Partnern. Und man ist doch weitergewachsen, ich meine, ich mache mir da nichts vor, passen würds eh nicht mehr. Nein, nein nein, keine Sorge. Ist schon gut so, wie es ist. Das würden dir alle Beteiligten sagen.“

- „Ja, um alles in der Welt. Ich weiß nicht, warum, aber ich würde es ändern, wenn ich es könnte, ich würde vieles ändern, kann man es mir verübeln? Nein, wie auch, ich meine, sie war meine große Eine, nicht nur irgendeine, die man mal so nebenbei hat, weil einem langweilig ist oder man gerade was braucht. Ja, ich würde es tun, sofort, ohne Fragen zu stellen.“

Meine Antwort: „...Tee?“


Ich mag es nicht, wenn ich mich in die Enge gedrängt fühle. Mein Bruder hat das auch drauf. Der schafft es jedes meiner Worte auseinanderzuinterpretieren und mir einen Strick daraus zu drehen (natürlich nur zu meinen Besten).


Ich habe nicht darauf geantwortet, es nicht mal versucht. Aber ich habe darüber nachgedacht.


Ich bin schon vor einigen Tagen ins nachdenken gekommen. Nicht genau darüber, ob ich was ändern würde, wenn ich könnte. Aber ich habe mich an Dinge erinnert.---

8.6.14 05:43
 
Letzte Einträge: Habt ihr ne Sekunde (Teil 2), Ich schlafe mit der Sonne. , We're all just stories in the end. Just make this a good one, eh?!, Im Herbst, Brödel, 730/2 days


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